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Wenn die Nacht nicht abkühlt: Tropennächte werden 2026 zum unterschätzten Gesundheitsrisiko

Aktuell schlafen viele Menschen in Deutschland wieder bei erträglichen Temperaturen – doch der Sommer 2026 hat gezeigt, wie sehr heiße Nächte an die Substanz gehen. Die eigentliche Gefahr ist oft nicht die Tageshitze, sondern die Nacht, in der der Körper keine Ruhe findet. Eine neue Studie beziffert nun, wie viel Schlaf uns die Wärme raubt.

​Wenn die 20-Grad-Marke zur Belastung wird

Von einer Tropennacht sprechen Meteorologen, wenn die Temperatur zwischen Abend und Morgen nicht unter 20 Grad fällt. Besonders in Städten wird das zum Problem: Asphalt, Beton und Gebäude speichern die Tageshitze und geben sie nachts wieder ab, sodass die Ballungsräume am Rhein und im Südwesten kaum abkühlen. Wie extrem der Sommer 2026 war, zeigt eine Zahl aus Rheinland-Pfalz: In der Nacht zum 25. Juni sank das Thermometer in Bad Bergzabern nicht unter 26,2 Grad – nach vorläufigen DWD-Angaben die wärmste je in Deutschland gemessene Nacht, gleichauf mit dem Weinbiet im Juli 2019.

​Studie: Der Klimawandel stiehlt uns den Schlaf

Wie sehr uns die Wärme um den Schlaf bringt, hat die Forschungsgruppe Climate Central untersucht und dafür 1.338 Großstädte weltweit ausgewertet. Das Ergebnis: Zwischen 2020 und 2025 verloren die Menschen im Schnitt rund 56 Stunden Schlaf pro Jahr durch zu hohe Nachttemperaturen – umgerechnet etwa sieben ganze Nächte. Mehr als zehn Prozent dieses Verlusts gehen laut den Forschern direkt auf die menschengemachte Erwärmung zurück, und der Effekt hat sich in den vergangenen 50 Jahren mindestens verdoppelt.

​Warum heiße Nächte aufs Herz gehen

Der Schlafentzug ist dabei mehr als lästig. Findet der Körper nachts keine Erholung, bleiben die Tiefschlafphasen aus, Kreislauf und Immunsystem stehen unter Dauerstress. Ärzte warnen vor einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle bis hin zu einer messbar höheren Sterblichkeit. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Säuglinge, Schwangere und chronisch Kranke. Die derzeit kühlere Nachtluft bringt zwar eine Verschnaufpause – doch mit den bevorstehenden Hundstagen und weiteren möglichen Hitzeschüben bleibt die heiße Nacht das unterschätzte Sommerrisiko.