Johannes Graf
Hundstage stehen bevor: Warum die „heißeste Zeit des Jahres" 2026 wechselhaft startet
Am Donnerstag beginnen die Hundstage – jener Zeitraum bis zum 23. August, der als heißeste Phase des Jahres gilt. Ausgerechnet 2026 dürfte er jedoch eher unbeständig starten, mit Schauern und Gewittern statt Dauerhitze. Doch was steckt eigentlich hinter dem kuriosen Namen? Mit Hunden hat er jedenfalls nichts zu tun.
Ein Stern, kein Hund
Der Name hat einen astronomischen Ursprung: Er geht auf das Sternbild Großer Hund (Canis Major) und dessen hellsten Stern Sirius zurück, auch Hundsstern genannt. Im alten Rom tauchte Sirius nach Wochen der Unsichtbarkeit wieder am Morgenhimmel auf, kurz vor der Sonne. Diesen sogenannten heliakischen Aufgang verbanden die Römer mit den heißesten Wochen des Sommers und tauften sie „Tage des Hundes". Dass Stern und Hitze zusammenfielen, war allerdings reiner Zufall – bei den Römern lag der Zeitraum zudem noch etwa Ende Juli bis Anfang August.
Warum es Ende Juli oft am heißesten ist
Mit Sirius hat die Hitze physikalisch nichts zu tun, sie ist ein Trägheitseffekt: Die stärkste Erwärmung erfolgt erst Wochen nach dem Sonnenhöchststand am 21. Juni, weil sich Böden und Meere nur langsam aufheizen. Zusätzlich liegt Mitteleuropa im Hochsommer häufig unter subtropischem Hochdruckeinfluss. Der Sternbezug selbst passt heute ohnehin nicht mehr: Durch die Präzession der Erdachse hat sich Sirius verschoben und ist über Deutschland erst ab Ende August wieder am Himmel zu sehen.
Zum Auftakt 2026 eher zahm
Anders als der Ruf vermuten lässt, deuten die Modelle für den Beginn 2026 nicht auf Rekordhitze hin. Nach der Abkühlung der vergangenen Tage zeigt vor allem das europäische Modell ECMWF nur schwache Temperaturabweichungen, dazu Schauer und Gewitter – bei durchaus sommerlichen, aber keineswegs extremen Werten. Ein späteres Aufheizen ist damit nicht ausgeschlossen. Passend dazu warnt eine alte Bauernregel: „Hundstage heiß, Winter lange weiß."