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Historisches Niedrigwasser: Der Rhein zwingt Frachter zum Abladen – Hotelschiffen droht die Zwangspause

Wochenlange Hitze und ausbleibender Regen setzen dem wichtigsten Fluss Deutschlands schwer zu: Der Rhein führt so wenig Wasser wie selten zuvor um diese Jahreszeit. In Köln wurde bereits ein historischer Juni-Tiefstand gemessen, am Nadelöhr Kaub sacken die Pegel immer weiter ab. Für Frachter und Flusskreuzfahrtschiffe wird es jetzt eng.

​Pegel im freien Fall

Der Rhein trocknet zwar nicht aus, doch seine Wasserstände purzeln in den Keller. In Köln wurde zuletzt mit einem Tagesmittel von rund 1,23 Metern ein historischer Tiefstand für die Jahreszeit gemessen. Am Pegel Kaub, dem berüchtigten Nadelöhr im Oberen Mittelrheintal, standen am 12. Juli nur noch etwa 56 Zentimeter zu Buche – Tendenz weiter fallend. Verantwortlich ist eine stabile Hochdruckwetterlage über Südwesteuropa: viel Sonne, große Hitze und über weite Strecken kein nennenswerter Regen. Nach aktuellen Prognosen dürften die Pegel in den kommenden zwei Wochen noch tiefer sinken.

​Frachter müssen Ballast abwerfen

Für die Binnenschifffahrt bedeutet jeder verlorene Zentimeter bares Geld. Schon jetzt sind viele Frachter mit deutlich reduzierter Ladung unterwegs, bei ausgeprägtem Niedrigwasser lässt sich mancherorts nur noch rund ein Viertel der möglichen Fracht an Bord nehmen. Besonders die Chemie-, Stahl- und Mineralölbranche schaut nervös auf die Pegel. Verschärft wird die Lage durch eine seit dem 10. Juli laufende Sanierung der rechten Rheinstrecke zwischen Troisdorf und Wiesbaden – die Bahn steht als Ausweichweg nur eingeschränkt bereit. Fachleute warnen deshalb vor Engpässen in der Rohstoffversorgung.

​Hotelschiffe vor der Zwangspause

Noch enger wird es für die Flusskreuzfahrt. Anders als Frachter können Hotelschiffe ihre Ladung nicht einfach verringern – ihnen bleibt nur, Routen zu ändern oder auszuweichen, etwa auf die Mosel. Im Oberen Mittelrheintal ist eine Fahrrinnentiefe von 1,90 Metern garantiert, auf anderen Abschnitten 2,10 Meter. Florian Krekel vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein rechnet damit, dass der Punkt, ab dem die Hotelschiffe nicht mehr fahren können, schon in den kommenden ein bis zwei Wochen erreicht sein könnte.