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Wenn der Winter die Richtung wechselt – ein spannender Blick auf die Großwetterlage

Der Winter ist oft ein Spiel aus Geduld, Hoffnung und überraschenden Wendungen. Mal scheint die milde Westströmung alles fest im Griff zu haben, mal deutet sich plötzlich ein ganz anderes Szenario an. Genau hier kommen Wetterkarten ins Spiel, die für Meteorologen wie auch Wetterfans gleichermaßen faszinierend sind – sie liefern Hinweise, keine Gewissheiten, aber manchmal echte Fingerzeige auf das, was uns bevorstehen könnte.

Die Regime-Karte: Ein Blick hinter die Kulissen des Wetters

Eine Karte, die wir uns immer wieder mit besonderem Interesse anschauen, ist die Regime-Karte des Europäischen Wettermodells ECMWF. Sie gibt Auskunft darüber, welche großräumigen Wetterlagen in nächster Zeit wahrscheinlich sind. Dieses Mal fällt sofort ins Auge: In den kommenden Wochen soll vor allem eine negative NAO-Lage eine wichtige Rolle spielen. Ein Signal, das aufhorchen lässt – besonders mitten im Winter.

NAO negativ: Warum das für Mitteleuropa spannend wird

Der NAO-Index beschreibt die Druckverhältnisse zwischen dem Islandtief und dem Azorenhoch. Ist der Index stark positiv, sind beide Druckgebilde kräftig ausgeprägt – die Folge ist eine klassische Westlage mit starkem Jetstream und oft mildem, wechselhaftem Wetter in Mitteleuropa.
Bei einem negativen NAO-Index hingegen schwächen sich diese Drucksysteme ab oder kehren sich sogar um: Aus dem Islandtief kann ein Islandhoch werden, aus dem Azorenhoch ein Azorentief. Die Westdrift gerät ins Stocken.

Genau das deutet sich nun an. Statt milder Atlantikluft könnte die Strömung häufiger aus östlichen Richtungen kommen – und diese Luftmassen haben es Ende Januar und Anfang Februar oft in sich. Kältere Temperaturen wären dann keine Überraschung mehr.

Natürlich gilt: Noch ist das alles eine Momentaufnahme. Wetter bleibt Wetter, und Prognosen können sich ändern. Dennoch ist diese Entwicklung spannend und ein klarer Hinweis darauf, dass sich die Westdrift zumindest vorerst nicht durchsetzt. Das spricht grundsätzlich eher für kaltes als für zu mildes Wetter in Mitteleuropa – und genau das dürfte so manchem Winterfan ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubern. ❄️