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Der Mai endet mit Unwettern

Nach der ersten größeren Hitzewelle des Jahres spitzt sich die Wetterlage in Deutschland zunehmend zu. Mit einer südwestlichen Strömung gelangt in den kommenden Tagen sehr warme bis heiße und zunehmend feuchte Luft nach Mitteleuropa. Gleichzeitig nähert sich von Westen her eine Kaltfront, die die Atmosphäre zunehmend destabilisiert. Damit steigt die Gefahr kräftiger Gewitter und regional schwerer Unwetter deutlich an.

Bereits heute zeigt sich vielerorts nochmals sommerliches Wetter mit längeren sonnigen Abschnitten und Temperaturen häufig zwischen 27 und 33 Grad. Besonders im Westen und Südwesten wird es erneut heiß und schwül. Im Tagesverlauf nimmt allerdings vor allem im Nordwesten die Gewitterneigung zu. Dort entwickeln sich ab dem Nachmittag erste kräftige Gewitter, die lokal bereits unwetterartig ausfallen können. Neben Starkregen stehen auch größerer Hagel sowie schwere Sturmböen auf dem Programm. Lokal besteht die Gefahr von Überflutungen, wenn die Gewitter nur langsam ziehen oder mehrfach über dieselben Regionen hinwegziehen.

In der Nacht breiten sich die Gewitter voraussichtlich weiter auf Teile der Mitte und des Nordens aus. Dabei können sich linienartige Gewittersysteme bilden, die vor allem durch schwere Sturmböen auffallen. Auch intensiver Starkregen bleibt ein Thema. Besonders in urbanen Regionen drohen innerhalb kurzer Zeit vollgelaufene Unterführungen, überflutete Straßen und Aquaplaning.

Am Samstag erreicht die Gewitterlage ihren vorläufigen Höhepunkt. Während im Süden zunächst noch freundliche und teils sonnige Abschnitte möglich sind, entstehen im Tagesverlauf verbreitet kräftige Schauer und Gewitter. Besonders betroffen dürfte ein breiter Streifen von Nordrhein-Westfalen über Hessen und Thüringen bis nach Sachsen-Anhalt und Brandenburg sein. Dort trifft sehr energiereiche und feuchte Luft auf stärkere Höhenwinde, wodurch organisierte Gewittersysteme entstehen können.

Die Unwettergefahr ist dabei erhöht. Möglich sind Starkregenmengen von über 30 bis 50 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit, größerer Hagel und schwere Sturmböen. Vereinzelt sind auch orkanartige Böen nicht ausgeschlossen. Zudem kann es regional zu sogenannten stationären Gewittern kommen, die nur langsam ziehen und dadurch erhebliche Regenmengen bringen. In kurzer Zeit drohen dann lokale Sturzfluten und Überschwemmungen. Meteorologen beobachten außerdem das Risiko einzelner Superzellen, also besonders langlebiger Gewitter mit rotierendem Aufwindbereich. Diese können neben großem Hagel auch schwere Sturmereignisse hervorbringen.

Auch am Sonntag bleibt die Wetterlage zunächst unbeständig. Vor allem in der Mitte und im Süden Deutschlands muss weiterhin mit kräftigen Schauern und Gewittern gerechnet werden. Dabei besteht regional erneut Unwetterpotential. Im Westen könnte sich die Wetterlage dagegen langsam beruhigen, da sich hinter der Kaltfront etwas stabilere Luft durchsetzt. Dennoch bleibt die Atmosphäre insgesamt energiegeladen, sodass örtlich weiterhin kräftige Entwicklungen möglich bleiben.

Zu Beginn der neuen Woche gestaltet sich das Wetter weiterhin wechselhaft. Schauer und Gewitter stehen erneut auf dem Programm, wobei besonders am Dienstag wieder kräftigere Entwicklungen möglich erscheinen. Dann könnten erneut Starkregen, Hagel und stürmische Böen auftreten. Gleichzeitig gehen die Temperaturen im Vergleich zur aktuellen Hitzephase etwas zurück, die Schwüle bleibt jedoch zeitweise erhalten.

Insgesamt deutet vieles auf eine markante erste größere Gewitterlage dieses Jahres hin. Besonders problematisch dürfte neben Sturm und Hagel vor allem der lokal extreme Starkregen werden. Aufgrund der oft nur langsamen Zuggeschwindigkeit der Gewitter kann es innerhalb kurzer Zeit zu erheblichen Regenmengen kommen. Die genaue regionale Verteilung lässt sich allerdings erst kurzfristig präzisieren, da Gewitter typischerweise sehr kleinräumig auftreten.

Wer in den kommenden Tagen Aktivitäten im Freien plant, sollte die aktuelle Warnlage genau verfolgen. Besonders am Samstag und Sonntag muss regional mit rasch wechselnden Wetterbedingungen gerechnet werden. Bei aufziehenden Gewittern sollte frühzeitig Schutz gesucht werden, da Blitzschlag, umherfliegende Gegenstände und plötzlich auftretende Sturmböen erhebliche Gefahren darstellen können.