Deutschland rutscht! Der Deutsche Wetterdienst warnt: Schneefälle bis zu 20 cm in 12 Stunden, Glatteis, Schneeverwehungen und orkanartige Böen bedrohen Straßen und Gehwege.
Besonders gefährdet: ältere Menschen, Autofahrer auf Landstraßen und Fußgänger auf ungesicherten Wegen.
Notaufnahmen füllen sich stündlich, Arm- und Oberschenkelhalsbrüche steigen dramatisch. Wer unvorsichtig geht oder fährt, riskiert schwere Verletzungen oder noch schlimmeres.
Pinguin-Gang rettet Leben
Prof. Dr. Edgar Mayr, Unfallchirurg am Universitätsklinikum Augsburg, empfiehlt den Pinguin-Gang:
Kleine Schritte, langsam gehen,
Füße mit ganzer Sohle aufsetzen, leicht nach außen,
Körperschwerpunkt über dem vorderen Bein.
Leicht nach vorn lehnen Tipp: Wer stürzt, schützt Kopf und Gesicht und landet auf dem Po, nicht auf Händen oder Knien.
Auch Autofahrer profitieren: Ein- und Aussteigen oder der Weg vom Parkplatz werden deutlich sicherer.
Fußgänger & Autofahrer – Gefahren erkennen
Eis, Schnee, Schneematsch und Regen verwandeln Straßen und Gehwege in Rutschfallen.
Brücken, Waldstrecken und leicht abschüssige Straßen sind besonders gefährlich.
Wer Blitzeis bemerkt:
Auto stehen lassen oder extrem vorsichtig gehen.
Extra-Tipp für Fußgänger: Verwenden Sie rutschfeste Schuhe, vermeiden Sie gestreckte Beine beim Gehen auf Glatteis und beachten Sie gestreute Wege.
Unfall richtig sichern – lebenswichtig!
Wenn es trotz Vorsicht kracht oder stürzt:
1. Warnblinker einschalten
2. Warnweste anziehen
3. Warndreieck aufstellen
4. Fahrzeuge, wenn möglich, aus dem Verkehrsfluss bringen
5. Rettungsdienst und Polizei alarmieren
6. Unfallstelle fotografieren: Straßen- und Wetterbedingungen dokumentieren
7. Daten austauschen: Namen, Adressen, Versicherungen Tipp: Schnee- und Eisreste vom Auto entfernen, damit andere Verkehrsteilnehmer nicht gefährdet werden.
8. Trotz der Kälte hinter der Leitplanke auf Hilfe/Rettung warten, nicht im verunfallten Gefährt!
Haftung und rechtliche Tipps
Grundregel: Wer den Unfall verursacht, haftet
Anscheinsbeweis: Auffahrer zunächst schuldhaft
Wer nachweisen kann, dass er angepasst an Wetter gefahren ist, kann Teilschuld begründen
Besondere Vorsicht bei Eisregen: Rechtlich strenger bewertet – zu schnelles Fahren = grobe Fahrlässigkeit
So trotzen Sie der aktuellen Gefahrenlage
Defensiv fahren, Winterreifen nutzen, Schneeketten bereithalten
Wetterwarnungen beachten
Bei extremem Wetter besser zu Hause bleiben
Fußgänger: Pinguin-Gang und gestreute Wege nutzen
Jede kleine Vorsichtsmaßnahme kann Leben retten – für Autofahrer und Fußgänger gleichermaßen. Wer vorbereitet ist, schützt sich, andere und entlastet die überfüllten Notaufnahmen.
Quelle
Universitätsklinikum Augsburg, „Pinguin-Gang senkt Sturzrisiko", https://www.uk-augsburg.de/einrichtungen/bereiche-und-stabsstellen/unternehmenskommunikation-oeffentlichkeitsarbeit-marketing/details/pinguin-gang-senkt-sturzrisiko-2019-12